Sonntag, 25. Mai 2008

Addicted to sociopathic serial killers

Als Serien-Junkie hat's mich mal wieder erwischt. Zur Zeit ist Dexter das Objekt meiner Begierde. Spannend, saukomisch, makaber und unterhaltsam. Hach, welche verdorbene Gesellschaft, in der wir Serienmörder zu Fernsehhelden stilisieren. So etwas moralisch verwerfliches, klar, kann ja nur aus den USA kommen Aber Vorsicht, vor Spoilern bezüglich der ersten Staffel sei ausdrücklich gewarnt!

That's what I call biased

Ein Wunder ist geschehen: Im Rahmen der Vorwahlen zur amerikanischen Präsidentschaft (klingt grad wie Jack Bauer's Ansagen in den Folgen der ersten 24-Staffel ) wird doch tatsächlich auch einmal über die Republikaner berichtet. Unser allseits beliebter Spiegel Online. Dieses Wochenende gab es einen längeren Artikel über John McCain. Nein, nicht über sein Leben, seine Ansichten oder politischen Ziele. Seine Krankheitsakten, die er zuvor veröffentlicht hatte, waren das Thema. Von Hautkrebs über sein Herz und etwaige Folterungen während des Vietnamkrieges bis hin zu seiner Prostata ist alles an Informationen, dabei, was man sich nur denken kann (und wünschen kann?!?). Dass McCain diese Akten veröffentlicht hat als Antwort auf die Kritik an seinem Alter, kann ich vollkommen nachvollziehen und halte ich gar für clever. Wie der Spiegel aber jedes gesundheitliche Detail breit tritt (und ansonsten McCain in seiner sonstigen Berichterstattung gerne mal unter den Tisch fallen lässt), grenzt an Voyerismus. Doch den Vogel schießt das Ende des Artikels ab. Es gibt eine kurze Übersicht, eine Art Vergleich, zu den politischen Standpunkten von Obama, Clinton und McCain. McCain hier ans Ende der Liste zu stellen ist schon eine wahre Freude für die Analyse eines jeden Kommunikationswissenschaftlers und Publizisten. Es geht aber noch besser: Es werden lediglich die Positionen zum Irakkrieg SEHR kurz dargestellt. Das war's. Innenpolitik? Was ist das? Machen die Amis etwa auch was anderes als andere Länder zerbomben? Laut Subtext des Spiegels nicht. Wen wundert es da, das Otto Normalverbraucher in Deutschland nicht das geringste darüber weiß, wie das amerikanische politische System aufgebaut ist, welche innenpolitischen Themen an der Tagesordnung sind. Nein, nein. Der US-Präsident als solcher - mit Vorliebe Bush - wird als dummer Despot dargestellt, der nach Belieben Gesetze schaffen und Kriege erklären kann. Kongress? Was soll das sein? Checks and Balances? Kenn ich nicht! Dass das absoluter Quatsch ist, weiß die durchschnittliche German Couch Potato nicht nur nicht, sondern will es auch nicht wissen. Traurig, aber wahr.

Freitag, 25. April 2008

Eben bei RTL...

Die Chartshow mit dem ewig grinsenden Oliver Geißen. Der mit der Geschmacksverirrung: Anzug+Sneakers. Mehr sage ich dazu nicht. Es geht um die erfolgreichsten Singer-Songwriter in den deutschen Charts. Bruce Springsteen war auf Platz 5- Und klar, gleich überfluteten mich etwaige C-Promis (na, eigentlich eher Z-Promis) mit leicht USA-kritischen Sätzen. Aber nur gaaaanz leicht. Hannes Jänicke, begnadeter Schauspieler und Politikexperte *hust*, ließ die Zuschauer wissen, wie mutig er den Boss finde. Weil er sich, wie RTL es formuliert hat, gegen Bush einsetzt. Und deswegen bei den Amis nicht mehr Radio gespielt wird. Ganz mutig sei das in den USA, und ganz selten sowieso, lässt uns der Subtest wissen. Die Tatsache, dass 99% aller US-Promis Bush nicht besonders leiden können und das ja schön als "schick" gilt, dass sich Andersdenkende Celebrities kaum trauen sich als Republikaner oder Bush-Fans zu bekennen, z.T. sogar aus Angst, nicht engagiert zu werden, wird brav verschwiegen. Passt halt auch nicht in deren Bush-Bild, gell? In deren USA-Bild erst recht. Für die Mehrheit der Deutschen und auch die Medien dieses Landes (egal ob RTL oder Spiegel) sind die Amis eh ein dummer, ungebildeter, gemeingefährlicher und unkultivierter Haufen. So kam dann bei RTL noch so ein Experte zu Wort: DJ Bobo. So wie Springsteen, sagt er, ja, so wünscht er sich alle Amis. Hm okay, ich wünsche mir dann, dass nicht alle Schweizer so sind wie dieses talentlose Würstchen.

Montag, 7. April 2008

Aprilscherz? Bitte? Bitte!!!

Meine Fresse, ich kriege mich nicht mehr ein, was war denn das? Und wieso überrascht es mich eigentlich nicht mehr? Nach einem langen Arbeitstag war mir nach richtig flachem Proll-TV. RTL musste her. Extra mit Birgit Schrobacke. Es kam ein Bericht über Koranschulen im Iran und dort auf Hass gedrillte Kinder. Da war ein kleiner Junge, dessen Berufswunsch: Märtyrer. Ah ja, reicht da auch ein Bachelor für? Wie dem auch sei, er schimpft auf den bösen Satan. Dass die USA in diesem Zusammenhang fielen, ist ja dank Vorhersehbarkeit schon öde. Aber als es um die verhüllende Kleidung für Frauen geht, meinte der Kleine sinngemäß: "Wenn eine Frau den Schleier nicht tragen will, dann werden freundliche Wächter zu ihr geschickt. Die sagen ihr dann höflich, dass das dem Islam gegenüber nicht respektvoll ist. Die Wächter machen das aber nett und respektvoll". Mmh, ja, klar, nett und so. Respekt, klar, erst recht! Schöne Euphemismen für Mord, Totschlag und dergleichen. Ein gewisses Maß an Kreativität in Sachen passender Wortfindung. Übrigens, der so wunderschön in den Farben der US-Flagge glänzende Spiderman schwebte als Figur sehr prominent im Zimmer des Jungen herum...

Die wunderbare Rolle der Frau im Islam war auch Thema, als ein kleines Mädchen zu Wort kam, die wie eine Predigerin mit vorgebeteten Texten ihrer Mutter gleichaltrige Geschlechtsgenossinnen "aufklärt". Über den Stand der Frau im bösen, bösen Westen. Die Mutter erzählt noch, dass sie die Infos aus Märchenbüchern und dergleichen hat. Empirisch kaum zu schlagende Quellen! Und dann hört man folgendes über den großen Teufel, den Westen. In Frankreich vergleicht man Frauen mit Tieren. Hey, was soll's, im Iran BEHANDELT man Frauen wie Tiere. Bei Australien wusste ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen sollte. Dort isst man Frauen nämlich, wie die Kleine lauthals vorträgt. Ach ne, Entschuldigung, das Mädchen benutzte Präteritum. Tja, und der Islam dagegen? Was hat der den Frauen geboten? Ganz klar, wie die Kleine verkündet: Der Islam hat die Frauen befreit. Mist, verdammter, ich als Frau laufe nicht verhüllt rum! Asche auf mein Haupt, wie respektlos. Aber noch viel, viel schlimmer: Ich wurde nie befreit, ich leide unter der Geißel der westlichen Welt, so etwas von rückständig in Sachen Frauenfragen. Da frage ich mich, ob man eigentlich gleichzeitig kotzen und lachen kann. Mein Körper konnte sich nicht entscheiden. Vielleicht würde ja ein T-Shirt helfen mit dem Spruch: "Eine Schande für den Islam und auch noch stolz drauf".

Montag, 25. Februar 2008

Fremdscham

Es war mal wieder soweit, die Academy Awards wurden letzte Nacht vergeben. Da die Show von Jahr zu Jahr langweiliger und lächerlicher wird (War zwar letztes Jahr, aber: Ein American Idol Star kriegt einen Oscar???), verfolge ich sie immer weniger. Dieses Mal hielt ich nur zehn Minuten Schaulaufen auf dem roten Teppich aus. Steven Gätjen wurde von Pro Sieben wieder einmal für die Interviews ausgesucht. Der Mann, der Kalifornien als den Sunshine State bezeichnet. Ah ja, dann ist wohl Florida der Golden Sate, weil's da ach so viel Gold zu holen gab im 19. Jahrhundert??? Es war grauenhaft wie eh und je. Seine Fragen lassen sich in etwa folgendermaßen zusammenfassen: "Have you ever been to Germany? Do you like Germany? Do you speak German?" Es war unsäglich peinlich und ich konnte kaum noch hinschauen. Fremdscham war das einzige, das ich empfand. Nachdem die dritte Celebrity mit diesen journalistisch sehr anspruchsvollen Fragen gequält wurde, hielt ich's nicht mehr aus und tauschte den roten Teppich gegen das rote Laken in meinem Bett.

Der Morgen ging ähnlich weiter, wenn auch ohne jene blondgelockte Nervensäge. Fremdscham, Teil 2. Weil ich nicht zum xten Mal die selbe CD im Auto hören wollte (vielleicht sollte ich mal eine neue mitnehmen, hmm...), zappte ich mich durch's Autoradio. Bei etwaigen Nachrichten wurde betont, dass der Film "Die Fälscher" in der Kategorie "Best Foreign Language Film" gewonnen hatte. Dass es allerdings ein österreichischer, kein DEUTSCHER Film ist, bekam der geneigte Zuhörer eher selten mit. So hieß es dann "der deutschsprachige Film" oder auch "die Babelsbergproduktion". However, the best is yet to come: Eine Nachrichtensprecherin verkündete noch ganz stolz: "Alle wichtigen Preise bekamen im diese Jahr keine Amerikaner! Hinter diesen Satz gehört ein großes Ausrufezeichen!" Hmm, dass sie die Schauspieler-Oscars als wichtigste Preise bezeichnet, ist angesichts solcher Naivität schon wieder süß. Darüber hinaus? Auf eine neue Verleihung im nächsten Jahr. Und auf noch viel mehr Fremdscham! Und ja, da gehört ein dickes Ausrufezeichen dahinter, eigentlich gleich mehrere!!!

Samstag, 16. Februar 2008

Not that there is anything wrong with that!

Hach, mir fehlt Seinfeld. Schön, dass ich die Folgen fast komplett auf DVD habe! Gerade letzte Woche, am gottverdammten Valentinstag, geriet ich mit einer Freundin in eine Situation, die mich sehr an Jerry und George erinnerte. Gefrustet von den Männern, traf ich mich mit besagter Freundin auf ein "Date" des Valentinstags wegen. Wir gingen essen. Und hatten doch tatsächlich einander Karten gebastelt. Angesicht der Tatsache, dass wir beide Kunst während des ABIs so schnell wie möglich abgewählt hatten, eine wirklich reife Leistung! Da ich auch erst vor kurzer Zeit umgezogen war, gab's noch homewarming gifts für mich. Und um so richtig dick aufzutragen, waren diese in einer roten Tüte mit Rosenmotiv eingepackt.

Also sitzen wir da, lästern über die Männer und stopfen uns die Bäuchlein voll. Als es ans Zahlen der Rechnung ging, sagte die Kellnerin: "Einen schönen Valentinstag dann noch!"

Ich griff zu meiner achso romantischen aussehenden Geschenktüte und antwortete lächelnd: "Genau deswegen haben wir zwei uns ja getroffen!" Meine Freundin schaute mich verblüfft an, ich wusste nicht recht, warum. Erst als wir aus dem Restaurant raus waren, wurde es mir klar. DIe Kellnerin hatte uns für ein lesbisches Pärchen gehalten. Um die berühmte Seinfeld-Folge zu zitieren, in der just Jerry und George genau das gleiche passiert: "Hey, we're not gay!!! Not that there's anything wrong with that!"

Und wie sollte das anders sein: Wir verbrachten den Abend mit einer DVD. Japp, ihr habt's erraten: Eben jene Seinfeld-Folge :-)! Zu guter Letzt auch noch ein passendes Elaine-Zitat: "I hat men, but I'm not gay!"

Mittwoch, 6. Februar 2008

German Wertarbeit

Ja, der Titel ist ohne jegliche Ironie gemeint. Versprochen! Jetzt ist mir so ein VW Polo plötzlich auch sympathisch! Terroristenbekämpfung der anderen Art. Na, Hauptsache effektiv!


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