Dienstag, 18. November 2008

Huh?

Eben bei RTL, ein Bericht über Obama. Harmlos und normal. Über die Amtseinführung im Januar, wie aufgrund der großen Beliebtheit und Nachfrage auf dem Schwarzmarkt enorme Preis für die Tickets verlangt werden. Dann ein bisschen was über mögliche Minister in Obamas Kabinett. Sein Blackberry wird erwähnt, dass er diesen wohl abschaffen muss, weil er durch Hacker leicht zu knacken sei. Bis zu diesem Punkt also alles ziemlich normal und ohne besondere Vorkommnisse. Aber dann findet RTL doch noch die Möglichkeit eine Spitze gegen Bush einzuwerfen. Wenn auch ohne irgendeinen Zusammenhang einfach so in den Bericht geworfen. Nach eben genanntem Spruch zu Obamas Blackberry hieß es: "George Bush soll während seiner gesamten Amtszeit nie einen benutzt habe. Vielleicht wusste der aber auch nicht, wie so ein Ding funktioniert." Huh? Habe ich was verpasst? Wie passt das da jetzt rein, also ganz ehrlich?

Montag, 17. November 2008

Nachteule

Es ist spät, ich kann mal wieder nicht pennen und treibe mich im www rum. Bin wieder X-Files-süchtig  . Und passend dazu ein Clip . Enjoy!

Neulich auf Arbeit

Nach langer Abwesenheit durch Prüfungsstress ließ ich mich endlich mal wieder im Büro blicken. Das erste Mal, seitdem der Erlöser Obama gewählt wurde. *Ironie aus*. Ein Kollege konnte es sich nicht verkneifen:"sag mal, du als Amerika-Tussi, was sagst du zu den US-Wahlen?" Amerika-Tussi. Cool, nehme ich als Kompliment, auch wenn es wohl kaum so gemeint war... Darauf ich:" Ich bin da Republikanerin und hätte McCain gewählt." Stillschweigen. Und Blicke, als hätte ich gerade gestanden eine Serienmörderin zu sein. Ah, du schöne Meinungsfreiheit!

Dienstag, 4. November 2008

Schreck lass nach

Ja, ich lebe noch :). Die Uni nimmt mir gerade alle Zeit und Energie, die Prüfungen für Nordamerikastudien stehen nächste Woche und im Dezember an. ABER angesichts der Bedeutung des heutigen Tages kann ich mir mein Kommentar nicht verkneifen. Wie den deutschen Medien zurzeit einer abgeht angesichts ihres angeblich ach so tollen Obamas und dem Teufel in Person *wahlweise irgendeinen Republikaner hier reinsetzen)* - HILFE! Gestern war mir abends nach anspruchslosem Unterschichtenfernsehen. Also RTL an, Extra sollte es sein. Kam aber nicht, stattdessen eine "Dokumentation" über die USA. Mit dem US-Experten schlechthin - Peter Klöppel. Meine Damen und Herren, das ist der Punkt, an dem Sie sich kaputt lachen dürfen. Ja, wirklich, Klöppel! Dann durfte man sich das ganze mit wackliger Handkamera anschauen, die nicht den geringsten Sinn ergab, aber krampfhaft versuchte hipp zu sein. Kombiniert mit Sprüchen à la "Das US-Gesundheitssystem ist schlimmer als in einem 3.Welt-Land" oder "Eine Wirtschaftskrise, so sagen einige, die schlimmer ist als in den 30ern". Zu dem Zeitpunkt war mir nur noch schlecht und ich zog mir stattdessen lieber David Duchovny in Californication rein. Ihr wisst schon, die ach so prüde amerikanische Popkultur...

Tja, und dieser Tage nerven mich alle wegen der US-Wahl. Und wieso gehen sie dabei automatisch davon aus, dass ich Obama mag? Wenn ich sage, ne, bin Republikanerin, und ja, das geht auch, wenn man für Abtreibung und die Ehe zwischen Homosexuellen ist, dann denkt man erst ich scherze. Aber der Blick von denen, wenn sie merken, das meine ich so, göttlich! Am schlimmsten sind meine Kommilitonen von Nordamerikastudien. Manchmal scheine ich da die einzige zu sein, die das Land tatsächlich einfach mal mag. Erschießt mich, ich hab's gesagt! Der Rest geht eher masochistisch vor und studiert ein Land, das es hasst. Beispiel einer Freundin heute - die ebenfalls denkt ich sei für Obama, obowohl ich immer das Gegenteil geäußert habe -, sie verfolge die Berichterstattung von FOX News und die sei ja vollkommen unausgeglichen. Ach ne, das Lobpreisen von Obama auf allen anderen Sendern ist dies nicht, oder wie?! Mein Lesen und Sich-Grün-Und-Blau-Ärgern von SPON-Artikeln und Leserkommentaren ist wahrscheinlich aber auch nichts anderes als Masochismus, befürchte ich :/. Ich gib mir jetzt die Kante und freue mich auf House M.D. um 21 Uhr, dann muss ich das Leid heute nicht ganz ertragen!

Sonntag, 25. Mai 2008

Addicted to sociopathic serial killers

Als Serien-Junkie hat's mich mal wieder erwischt. Zur Zeit ist Dexter das Objekt meiner Begierde. Spannend, saukomisch, makaber und unterhaltsam. Hach, welche verdorbene Gesellschaft, in der wir Serienmörder zu Fernsehhelden stilisieren. So etwas moralisch verwerfliches, klar, kann ja nur aus den USA kommen Aber Vorsicht, vor Spoilern bezüglich der ersten Staffel sei ausdrücklich gewarnt!

That's what I call biased

Ein Wunder ist geschehen: Im Rahmen der Vorwahlen zur amerikanischen Präsidentschaft (klingt grad wie Jack Bauer's Ansagen in den Folgen der ersten 24-Staffel ) wird doch tatsächlich auch einmal über die Republikaner berichtet. Unser allseits beliebter Spiegel Online. Dieses Wochenende gab es einen längeren Artikel über John McCain. Nein, nicht über sein Leben, seine Ansichten oder politischen Ziele. Seine Krankheitsakten, die er zuvor veröffentlicht hatte, waren das Thema. Von Hautkrebs über sein Herz und etwaige Folterungen während des Vietnamkrieges bis hin zu seiner Prostata ist alles an Informationen, dabei, was man sich nur denken kann (und wünschen kann?!?). Dass McCain diese Akten veröffentlicht hat als Antwort auf die Kritik an seinem Alter, kann ich vollkommen nachvollziehen und halte ich gar für clever. Wie der Spiegel aber jedes gesundheitliche Detail breit tritt (und ansonsten McCain in seiner sonstigen Berichterstattung gerne mal unter den Tisch fallen lässt), grenzt an Voyerismus. Doch den Vogel schießt das Ende des Artikels ab. Es gibt eine kurze Übersicht, eine Art Vergleich, zu den politischen Standpunkten von Obama, Clinton und McCain. McCain hier ans Ende der Liste zu stellen ist schon eine wahre Freude für die Analyse eines jeden Kommunikationswissenschaftlers und Publizisten. Es geht aber noch besser: Es werden lediglich die Positionen zum Irakkrieg SEHR kurz dargestellt. Das war's. Innenpolitik? Was ist das? Machen die Amis etwa auch was anderes als andere Länder zerbomben? Laut Subtext des Spiegels nicht. Wen wundert es da, das Otto Normalverbraucher in Deutschland nicht das geringste darüber weiß, wie das amerikanische politische System aufgebaut ist, welche innenpolitischen Themen an der Tagesordnung sind. Nein, nein. Der US-Präsident als solcher - mit Vorliebe Bush - wird als dummer Despot dargestellt, der nach Belieben Gesetze schaffen und Kriege erklären kann. Kongress? Was soll das sein? Checks and Balances? Kenn ich nicht! Dass das absoluter Quatsch ist, weiß die durchschnittliche German Couch Potato nicht nur nicht, sondern will es auch nicht wissen. Traurig, aber wahr.

Freitag, 25. April 2008

Eben bei RTL...

Die Chartshow mit dem ewig grinsenden Oliver Geißen. Der mit der Geschmacksverirrung: Anzug+Sneakers. Mehr sage ich dazu nicht. Es geht um die erfolgreichsten Singer-Songwriter in den deutschen Charts. Bruce Springsteen war auf Platz 5- Und klar, gleich überfluteten mich etwaige C-Promis (na, eigentlich eher Z-Promis) mit leicht USA-kritischen Sätzen. Aber nur gaaaanz leicht. Hannes Jänicke, begnadeter Schauspieler und Politikexperte *hust*, ließ die Zuschauer wissen, wie mutig er den Boss finde. Weil er sich, wie RTL es formuliert hat, gegen Bush einsetzt. Und deswegen bei den Amis nicht mehr Radio gespielt wird. Ganz mutig sei das in den USA, und ganz selten sowieso, lässt uns der Subtest wissen. Die Tatsache, dass 99% aller US-Promis Bush nicht besonders leiden können und das ja schön als "schick" gilt, dass sich Andersdenkende Celebrities kaum trauen sich als Republikaner oder Bush-Fans zu bekennen, z.T. sogar aus Angst, nicht engagiert zu werden, wird brav verschwiegen. Passt halt auch nicht in deren Bush-Bild, gell? In deren USA-Bild erst recht. Für die Mehrheit der Deutschen und auch die Medien dieses Landes (egal ob RTL oder Spiegel) sind die Amis eh ein dummer, ungebildeter, gemeingefährlicher und unkultivierter Haufen. So kam dann bei RTL noch so ein Experte zu Wort: DJ Bobo. So wie Springsteen, sagt er, ja, so wünscht er sich alle Amis. Hm okay, ich wünsche mir dann, dass nicht alle Schweizer so sind wie dieses talentlose Würstchen.